Festplatte voll und schon alles ausgemistet was ich nicht mehr brauche. So sah die Situation aus, kurz bevor mir der Gedanke kam, ich müsste mir mal über eine externe Backup-Lösung Gedanken machen. Gesagt, getan:
Eine externe 1GB-Festplatte für TimeMachine und die Auslagerung von weniger wichtigen Daten (Filme, Musik, …) hatte ich schon. Aber für sensible Daten ist das nix. Raucht die Externe ab, ist alles futsch.
Also was solideres: RAID-1. Wer's nicht kennt: Hier werden alle Daten doppelt auf zwei verschiedene Festplatten geschrieben, also gespiegelt. Das bedeutet, wenn mal eine Festplatte ausfällt sind alle Daten trotzdem noch auf der anderen vorhanden. Wenn beide ausfallen? Sehr unwahrscheinlich, aber dazu später noch mal.
Entschieden habe ich mich für das RAID-Gehäuse Fantec MR-35DU3*, das ich mit zwei 2-TB Festplatten von Western Digital* ausgerüstet habe.
Das Gehäuse von Fantec ist eher im Low-Budget-Segment angesiedelt. Aber ich muss sagen, dass ich bisher ganz zufrieden bin. Es wirkt gut verarbeitet, stabil und macht seinen Dienst ohne zu mucken. Positiv ist auf jeden Fall, dass der RAID-Modus über einen Schalter am Gehäuse eingestellt wird. Bei anderen Gehäusen muss man dafür wohl erst Software auf dem Computer installieren (und das geht dann teilweise wieder nur mit Windows…).
Worst Case
Bevor ich da empfindliche Daten speichere, habe ich erst mal getestet ob der schlimmste anzunehmende Fall auch vernünftig behandelt wird: Festplattenausfall. Ich bin folgendermaßen vorgegangen:
- Daten ganz normal aufs RAID überspielen
- Festplattenausfall simulieren, indem einfach eine der beiden Festplatten im laufenden Betrieb rausgezogen wird
- neue Daten auf die noch intakte Festplatte speichern
- „defekte“ Festplatte wieder reinschieben und warten bis der Rebuild-Vorgang abgeschlossen ist.
Der Rebuild dauert allerdings ne ganze Weile. Für 2TB wohl ca. 48 Stunden, evtl. sogar länger. Es wird eben immer die komplette Festplatte gespiegelt, egal ob nur 500MB oder 1.5TB an Daten drauf sind.
Nachdem der Rebuild abgeschlossen war, habe ich die Festplatten einzeln in einem anderen externen Gehäuse angeschlossen. Ergebnis: es hat alles funktioniert. Alle Daten waren redundant auf beiden Festplatten – auch die Neuen, die ich ja zuvor nur auf der „intakten“ Platte gespeichert hatte.
Wichtig ist bei einem Ausfall wohl, dass das Gehäuse weiß, von welcher Festplatte das RAID neu aufgebaut werden soll. Im blödesten Fall wird sonst nämlich die leere Festplatte gespiegelt und die Daten sind weg. Hier soll man, laut offiziellem Support, das Gehäuse mit der einzelnen, intakten Festplatte einschalten und dann im laufenden Betrieb die neue Festplatte einschieben. Dann weiß das Gerät, was neu und was alt ist und kann korrekt spiegeln.
Leider ist das Handbuch sehr knapp gehalten. Es gibt aber eine offizielles Support-Forum in dem man schnell Antwort bekommt.
Warum kein Thunderbolt/Firewire-Gehäuse?
Erstens bin ich noch mit einem Alu-Macbook von 2008 unterwegs, habe also gar keinen Thunderbolt- oder Firewire-Anschluss. Zweitens sind die entsprechenden Gehäuse gleich mal ein Stückchen teurer. Bei meinen Backups kommt es für mich in erster Linie auf Datensicherheit und weniger auf Geschwindigkeit an. Ich schmeiß da ja vielleicht nur alle 1-2 Monate mal was drauf. Außerdem spekuliere ich ein bisschen darauf, dass USB 3.0 in Zukunft vielleicht doch noch von Apple unterstützt wird.
Backup-Backup
Falls wirklich mal beide Festplatten gleichzeitig ausfallen sollten – aber viel mehr für den Fall menschlichen Versagens (das RAID schützt ja nicht davor, dass man mal aus Versehen was löscht) mache ich noch ein Backup vom Backup. Das heißt, ich sichere ca. 1x im Monat die wichtigsten Daten auf einer weiteren externen Festplatte.
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